Bis letzte Woche war der 1. Mai für mich ein Tag, an dem jedes Jahr, warum auch immer, fremdes Eigentum von herumgeworfenen Steinen zerstört wird und es Prügeleien zwischen den „OrdnungshüterInnen“ und den für was auch immer kämpfenden DemonstrantInnen gibt. Wegen diesen scheinbar sinnlosen Prügeleien und Steinhageln hab ich den 1. Mai nie wirklich ernst genommen und nicht gedacht, dass das etwas ist, was man unterstützen sollte. Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel die Frage nach dem Sinn des 1. Mais klären kann und mir und anderen die Entscheidung erleichtere, die 1. Mai-Demos zu besuchen – oder nicht.
Am 1. Mai 1856 in Australien gab es die erste große 1. Mai-Demo, welche sich für die Einführung des Acht-Stunden-Tages einsetzte. Am 1. Mai 1886 wurde in den USA zu einem mehrtägigen Generalstreik aufgerufen. Es gingen rund 400.000 ArbeiterInnen in den Streik, jedoch konnte der Acht-Stunden-Tag nur für 20.000 Arbeiter-Innen durchgesetzt werden. In Chicago starben bei einem Gefecht mit der Polizei etwa 21 DemonstrantInnen und weitere 200 wurden verletzt. Acht Anarchisten, die die Kundgebung organisierten, wurden festgenommen und wegen Verschwörung zum Tode verurteilt – eine Bombe tötete sieben PolizistInnen. 1889 wurde zum Gedenken der Opfer der 1. Mai zum ArbeiterInnenkampftag erklärt.
Nach dem Beschluss des Pariser Kongresses, den Kampf um einen Acht-Stunden-Tag weltweit zu führen, erklärten 18 deutsche Gewerkschaften ihre Absicht, am kommenden 1. Mai zu streiken. Die Unternehmensverbände drohten für den Fall eines Streiks mit Aussperrungen und schwarzen Listen und trotzdem gingen 1890 100.000 Leute auf die Straße.
Im Dritten Reich erklärte Hitler – zur Integration der ArbeiterInnen in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ – den 1. Mai 1933 zum Feiertag der „nationalen Arbeit“. Am 2. Mai ließ Hitler die Gewerkschaften zerschlagen und FunktionärInnen verhaften. Nach dem 2. Weltkrieg war der 1. Mai im Osten und Westen ein Feiertag. Doch auch heute bieten sich genügend Gründe, um aus diesem Feier- einen Kampftag zu machen, wie er es einst war. Hier in Berlin streiken LehrerInnen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, in Hamburg streiken die AbeiterInnen von Neupack gegen die Willkür ihres Bosses und international werden im Zuge der Krise soziale Errungenschaften angegriffen und die Massen ins Elend getrieben.
Selbst nach genauer Recherche bin ich zwiespältig was den 1. Mai angeht. Einerseits finde ich es wichtig, dass man für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpft und an die Geschichte des 1. Mais erinnert. Andererseits finde ich es schade, dass die revolutionäre 1. Mai Demo sich so entwickelt hat, dass Leute zum Teil extra angereist kommen, nur um mit Steinen zu schmeißen und der Ruf der linken Szene dadurch und durch die Darstellung der Medien in den Dreck gezogen werden. - von K.
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// Solidarität den LehrerInnen: Schulstreik! // |
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Eine Reihe von Warnstreiks werden in der Woche vom 13.05. - 17.05. stattfinden. Die angestellten LehrerInnen streiken vor allem für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, denn sie verdienen viel weniger als ihre verbeamteten KollegInnen. Einige LehrerInnen haben ziemlich kurz befristete Verträge, was ihre Situation noch unsicherer macht. Doch nicht nur Lehrende leiden unter dem Bildungssystem, ebenso wir SchülerInnen sind betroffen: Wir werden in viel zu großen Klassen von Klausur zu Klausur getrieben, was uns jede Eigeninitiative raubt. Was fehlt, sind gut ausgebildete, vorbereitete LehrerInnen. Das Abitur wurde auf 12 Jahre verkürzt, was mehr Hausaufgaben und Stress bedeutet. Und nach der Schule werden wir von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten ausgebeutet. Die Mehrheit der SchülerInnen werden sowieso durch die Einteilung in die Sekundarschule einer Perspektive beraubt. Die Situation der Lehrenden ist eng mit der der Lernenden verknüpft: Viele LehrerInnen streiken nicht, weil sie ihre SchülerInnen nicht im Stich lassen möchten. Beide leiden unter dem Bildungssystem, beide müssen gegen dieses streiken! Link: Wir gehen vom S-Bahnhof Greifswalder Straße zum Streikcamp der GEW Link: Mehr Infos hier! |
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Wir, eine linke SchülerInnengruppe, die an verschiedenen Schulen in Berlin vertreten ist, führen seit mehreren Wochen einen Diskussionsprozess. Wir sind aus den Zeitungsprojekten Red Brain und Banana Republic und weiteren unabhängigen SchülerInnen entstanden. Für uns ist die Frage der Bildung zentral. Wir sind alle SchülerInnen und erleben tagtäglich die Ungerechtigkeiten in unserem jetzigen Bildungssystem. Deshalb beteiligen wir uns aktiv an der Zusammenführung der Kräfte, die gegen dieses Bildungssystem vorgehen wollen. Dazu gehören auch die LehrerInnen, die genauso wie wir unter den überfüllten Klassen zu leiden haben. Zusätzlich werden von ihnen (auch das kennen wir gut) immer höhere Leistungen abverlangt. Gleichzeitig verschärfen sich sogar die Lohngegensätze innerhalb der Schulen, da der Staat eine gezielte Trennung von Verbeamteten und Nicht-Verbeamteten durchsetzt.
Am 23. April werden LehrerInnen wieder in den Warnstreik treten, um für ihre Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit zu kämpfen. Wir müssen dies aktiv unterstützen, indem wir Streikposten und Solidelegationen organisieren! In der dritten Maiwoche sind weitere Proteste angekündigt: Es wird Zeit, dass wir SchülerInnen gemeinsam mit den LehrerInnen gegen die sich immer drastischer verschlechternden Lern- und Lehrbedingungen vorgehen. Wir brauchen ein Bildungssystem, welches die SchülerInnen und LehrerInnen kontrollieren und das für alle in gleichem Maße zugänglich ist!
Eure Red Brain-Redaktion
Die SchülerInnenvertretungen (SV) erscheinen wie eine gute Möglichkeit, um unsere Interessen an der Schule durchzusetzen. Sind sie das wirklich?
Wie funktioniert die SV? Eine Klasse oder Klassenstufe wählt einige SprecherInnen, die dann für uns Entscheidungen treffen sollen. Dadurch wird die Mehrheit der SchülerInnen in die politische Passivität gedrängt (während alle sich fragen, warum Jugendliche sich nicht für Politik interessieren). Dadurch haben sie keinen Einfluss darauf, was in der SV beschlossen wird. Die Entscheidungen sind meistens komplett intransparent und die Debatten bleiben unter dem kleinen Kreis der „Auserwählten“. KeineR versteht beispielsweise, warum wir am JLG in Pausen nicht raus dürfen.
Diese repräsentative Form der Demokratie ist dabei natürlich eine Vorbereitung auf den gleichen Mechanismus in größerem Ausmaß: Das Parlament, speziell: den Bundestag. Die PolitikerInnen dort wissen bei ihren Entscheidungen nicht nur nicht mehr, was die Basis eigentlich will – sie haben durch ihre Abgehobenheit, durch ihre pervers höheren Löhne, durch Gespräche in der Lobby, durch die Illusion, jedem/r könne es so gut wie ihnen gehen, schlicht andere Interessen als die Leute, von denen sie gewählt werden.
Aber zurück zur SV: Was können die gewählten KlassensprecherInnen eigentlich wirklich verändern? Während sich die Konkurrenz unter den SchülerInnen immer weiter zuspitzt, die Klassen überfüllt sind, die LehrerInnen überfordert sind und uns Sachen beigebracht werden, damit wir der Wirtschaft besonders gut dienen können dürfen, die SVen neue AG-Angebote beschließen, SchülerInnen zu sozialer Arbeit zwingen und … ja, was eigentlich, das wirklich von erfreuendem Belang wäre? Ist das JLG wieder Umweltschule? Weiß ich auch nicht.
Mehr LehrerInnen? Eine Schule, in der wir gemeinsam mit den LehrerInnen das Sagen haben? Das ist der SV laut Schulgesetz nicht erlaubt. Mehr als eine Spielwiese, auf der die interessierten SchülerInnen Parlament spielen können, und (wie bei den Großen auch) nichts dabei heraus kommt, ist sie also nicht.
Unser Konzept dagegen ist, uns neben dieser abhängigen Struktur der Scheindemokratie zu treffen und diese dabei nur als Bühne für uns zu nutzen. Wir lernen, selbstverwaltet zu diskutieren, Projekte zu starten und am Leben zu erhalten (so wie diese Zeitung), und das funktioniert völlig basisdemokratisch!
Obwohl wir die SV nicht gut finden, stellen wir unsere Projekte in ihr vor: Dadurch haben wir keine Grenzen durch irgendein Schulgesetz und finden in einem eigentlich zum Erhalt des Schulsystems gedachten Gremium eine Plattform der Bekanntmachung von Projekten gegen dieses System.
In Hamburg ist es der längste Streik seit dem Zweiten Weltkrieg, der gerade geführt wird. Ort des Geschehens ist die Verpackungsfirma Neupack.
Die Arbeitsbedingungen im Unternehmen sind eine Zumutung: Der Lohn liegt bei etwa acht Euro pro Stunde und um die Belegschaft zu spalten, gibt es einige wenige besserverdienende. Die Urlaubsregelungen sind genauso willkürlich wie der Lohn und wer krank wird, bekommt kein Weihnachtsgeld mehr.
Dieser Situation waren die Beschäftigten überdrüssig, und so begann nach einem Warnstreik im Oktober, ohne Reaktion vom Besitzer Krüger, Anfang November der unbefristete Streik.
Krügers Kurs: Keine Kompromisse.
Er gab zu, Betriebsräte und Gewerkschaften seien lästig – natürlich ist es ohne sie einfacher für ihn!
Die Streikenden wurden mit Sicherheitsdiensten inklusive Hunden konfrontiert, es gab fristlose Kündigungen für Betriebsratsmitglieder und Abmahnungen wegen angeblicher Delikte. Zusätzlich wurden mit zweifelhaftem rechtlichen Hintergrund StreikbrecherInnen eingestellt.
Am 24. Januar, nach knapp drei Monaten Vollstreik, erklärte der Landesbezirksvorsitzende der streikführenden Gewerkschaft IG BCE, durch die Weigerung der Geschäftsführung Gespräche zu führen sei eine „konkrete Gefahr” für den Betrieb entstanden. Als der Streik also begann, ernsthaften Druck aufzubauen, wurde er von der Gewerkschaft abgebrochen!
Dieser Verrat an den Streikenden wurde fortgesetzt, als die Gewerkschaft am 25. Januar ihr neues Konzept „Flexi-Streik” verkündete. Das bedeutet, an den meisten Tagen wird normal gearbeitet, und um im Unternehmen Verwirrung zu stiften, geht man manchmal einen Tag aus dem Betrieb raus. Diese Taktik funktioniert jedoch vorne und hinten nicht, denn die Entscheidung, wann gestreikt wird, wird in der Bundeszentrale der IG BCE in Hannover getroffen und Krüger wird einen halben Tag vorher mitgeteilt, wann der Streik stattfinden wird. Die Lager des Unternehmens wurden wieder aufgefüllt – Krüger bliebt natürlich stur. Die Verwaltung des Streiks muss in die Hände der Streikenden!
Jetzt gibt es das Angebot, dass einige Anklagen fallen gelassen werde, es gibt minimale rechtlich unverbindliche Lohnerhöhungen, keinen Tarifvertrag, keine Aufhebung der Kündigungen. Die Gewerkschaft jubelt, die Streikenden sind demoralisiert.
Von Anfang an wurde der Streik von einem Soli-Kreis begleitet, wodurch die Streikenden motiviert wurden, weiter zu kämpfen. In einem ekelhaften Manöver tat die IG BCE so, als müsse das Streikzelt, in welchem sich UnterstützerInnen und ArbeiterInnen regelmäßig trafen, verlegt werden – ohne allerdings nach einem alternativen Ort gesucht zu haben! So wurde das Zelt abgebaut, aber nicht wieder aufgebaut.
Die Gewerkschaftsbürokratie biedert sich dem Firmenbesitzer an, dieser allerdings fährt die Schiene Klassenkampf und arbeitet aktiv gegen die ArbeiterInnen. Die Gewerkschaft zieht mit und bricht den Willen und die Motivation der Streikenden. Krüger ist der Wolf – die Bürokratie der Wolf im Schafspelz.
Die Belegschaft wird immer frustrierter, doch eine Demoralisierung ist jetzt die größte Gefahr für den Streik. Nur ein Trafivertrag ist ein erfolgreicher und legitimer Abschluss! Darum ist Solidarität mit den Streikenden bei Neupack jetzt wichtiger, als je zuvor. Denn sonst werden die Streikenden nicht die Kraft haben, die Streikführung in die eigenen Hände zu nehmen, um auf Klassenkampf von oben genauso zu antworten.
Wir sind eine linke SchülerInnengruppe, die verschiedene Meinungen vertritt. Wir führen auf unseren Treffen Debatten zu den unterschiedlichen Artikeln. Gerade der Artikel zum Thema „Klauen“ erregte eine große Diskussion. Der Autor stellt sich die Frage, ob klauen moralisch gerechtfertigt sei. Er kommt zu dem Schluss, dass klauen in Ordnung sei, jedoch nur, wenn es den/die BeklauteN nicht stören würde. Meiner Ansicht nach sollte man sich dem Thema „Klauen” jedoch auf eine andere Art nähern. Wieso klauen denn überhaupt Leute?
Der Ursprung des Klauens liegt in der herrschenden sozialen Ungleichheit, die durch dieses System existiert. Dadurch, dass einigen Wenigen die Banken und Großkonzerne dieser Welt gehören, können sie ihre Profite immer weiter vermehren und den Reichtum der gesamten Gesellschaft besitzen, während die Mehrheit der Menschen (fast) nichts besitzt, außer sich selbst. MarxistInnen nennen diese Menschen Lohnabhängige oder ArbeiterInnen, weil sie arbeiten müssen, um zu überleben. Dies reicht jedoch oft nicht aus, um sich und ihrer Familie ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie sind dann gezwungen zu klauen, um ihren Hunger zu stillen oder etwas zum anziehen zu haben.
Durch diese soziale Ungleichheit entsteht also erst der Zwang zum Diebstahl, der in unserer Gesellschaft kriminell ist – doch es gibt noch einen andere, ganz legale Form des Diebstahls. Dieser findet Tag für Tag, von den Sweatshops in Ostasien bis zum Supermarkt bei uns um die Ecke statt. Denn der Lohn, den die LohnarbeiterInnen für ihren Job bekommen, ist nicht gleich, mit dem, was sie in dieser Zeit erschaffen. Genau so wie das Pferd nur genügend zu fressen bekommt, damit es weiter seine Arbeit tut und nicht so viel, wie es in dieser Zeit leistet, ist es auch bei den Arbeitenden. Der Lohn und die Produktionskosten sind nur ein, kleinerer, Teil der Kosten für ein Produkt. Den Rest streicht sich der Boss an Profit ein.
Wenn man über klauen redet, sollte man also unterscheiden, über welchen Diebstahl man redet. Und sich eine eigene Meinung bilden! Dazu ist bspw. die Lektüre von einer Rede von Karl Marx („Lohn, Preis, Profit”) zu diesem Thema zu empfehlen.
„Ich habe keine Träume mehr für die Zukunft. Man weiß überhaupt nicht, wie die Situation in einem Monat sein wird. Ich denke, ich werde nicht in Griechenland bleiben. Entweder wandere ich aus wegen des wachsenden Neofaschismus oder wegen der Arbeitslosigkeit.“
„Dass Schlimmste ist, dass meine Familie oft nicht genug Geld hat, um die Wasser- und Stromrechnung zu Hause zu bezahlen. Manchmal gibt es zu Hause nichts zu essen, weil das Geld fehlt. Ich möchte gerne studieren, aber gleichzeitig muss ich auch arbeiten. Arbeiten muss ich, um meiner Mutter finanziell zu helfen. Natürlich werde ich weiterhin bei ihr wohnen bleiben.“
So wie Olga (21) und Iva (17) geht es vielen Jugendlichen in Griechenland. Die Perspektivlosigkeit infolge des riesigen sozialen Elends, welches sich in Griechenland immer weiter verbreitet, betrifft vor allem die Jugend. Im letzten Jahr ist die Arbeitslosenquote von Unter-25-Jährigen bis auf 60% gestiegen. Menschen müssen Schlange stehen, und sich um Grundnahrungsmittel schlagen, um überleben zu können. Und es ist keine Besserung in Aussicht.
Schuld daran ist die Sparpolitik, die in der EU durch die Troika und den ESM auf Drängen der Merkel-Regierung die Zerstörung jeder sozialen Rechte und Absicherungen zum Ziel hat. Zur gleichen Zeit steigen die Profite der VerursacherInnen der Krise, den reichsten Unternehmen Griechenlands, weiter an. Begleitet wird die Durchsetzung dieser, den ArbeiterInnen, MigrantInnen und Jugendlichen feindliche Politik, einerseits mit großen Widerstand, der sich in Fabrikbesetzungen, Streiks und Demonstrationen manifestiert und andererseits mit harter Repression des Staates. So wurde vor einigen Wochen bei einem Streik der U-Bahn-FahrerInnen das Kriegsrecht erlassen, um die ArbeiterInnen durch die Polizei zum Aufgeben des Streiks zu zwingen.
Das zeigt, dass jedes, der westlichen Demokratie noch so heilige Recht, wie beispielsweise das Streikrecht, in Zeiten der Krise und des Profitverlustes der Herrschenden nichts zählt. Wir müssen diese aktiv gegen sie verteidigen – um darüber hinaus zu gehen. Denn der einzige Weg, in Griechenland das Elend der Massen zu stoppen, ist die soziale Revolution, die die Macht in die Hände der Ausgebeuteten und Unterdrückten übergibt und das Privateigentum an Produktionsmitteln abschafft.
Die Situation in Griechenland ist untrennbar mit der Situation in Deutschland verbunden. Merkel vertritt hier, und dort direkt die Interessen der besitzenden Klasse in Deutschland. Deshalb müssen sich die Jugendlichen und ArbeiterInnen ganz Europas zusammenschließen, um gegen die Sparpolitik und für ihre Interessen einzutreten. Denn die Schwächung der Rechte der Massen in Griechenland schwächt unsere Position im Kampf für ein besseres Bildungssystem und im Kampf der arbeitenden Jugend gegen die Prekarisierung.
Hoch die Internationale Solidarität!
Gegen das deutsche Regime!
Für die Einheit der ArbeiterInnen und Jugendlichen in Europa gegen die Sparpolitik!
– von Peter Robe
Letztes Jahr hatte meine Klasse ein „Projekt“ mit den SozialarbeiterInnen der Schule, welches sich mit dem Thema Klauen befasste und was mensch machen sollte, wenn er/sie FreundInnen beim Klauen erwischt.
Die Endlösung der PädagogInnen war, das mensch seineN FreundIn darauf aufmerksam machen sollte, dass er/sie etwas Falsches tun würde und im Extremfall sogar die Polizei benachrichtigen sollte. Das Klauen gesetzlich nicht legal ist, ist klar, aber ist es wirklich moralisch fraglich? Ich denke, mensch muss klar unterscheiden, wer oder was beklaut wird. Für mich ist es selbstverständlich, dass es nicht sozial ist, Privatpersonen zu beklauen, da mensch auch selber nicht beklaut werden will.
Aber was ist nun, wenn mensch Großunternehmen beklaut, weil er keinen Bock oder kein Geld hat, sich eine Hose bei H&M oder ein Brötchen bei Back Factory zu kaufen?
Stört es denn den kapitalistischen Konzern überhaupt, wenn ich ihn beklaue? Sind seine Preise nicht ohnehin viel zu teuer?
Ich denke nicht, dass wir für Schuhe, die für acht Cent in Ostasien produziert werden, hier in Europa das 1000fache bezahlen müssen, nur damit die Bonzen sich auf Kosten der ArbeiterInnen den Bauch voll fressen können.
Außerdem ist es doch mein gutes Recht, dass ich etwas zum Anziehen habe und ich nicht hungern muss – warum muss ich dafür bezahlen? Ich denke, jedeR hat das Recht, sich das zu nehmen, was er will, solange er/sie andere Menschen dabei nicht schädigt.
– von T. Résistance
Obwohl viele der Meinung sind, dass eine Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in unserer Kultur existiere, ergaben Studien, dass Frauen im Schnitt unter gleichen Voraussetzungen ca. 20 % weniger verdienen als Männer.
Aber nicht nur im Berufsleben werden Frauen unterdrückt, sondern auch in vielen alltäglichen Situationen haben sie mit Vorurteilen zu kämpfen.
Nicht nur in Köpfen von Männern haben sich veraltete Bilder festgefahren, auch Frauen denken oft unterbewusst in diesen. Ein kleines Mädchen lebt in einem pinken Zimmer und bekommt zum Geburtstag Puppen geschenkt und ein Junge gleichen Alters spielt mit Lego.
Des Weiteren bleibt die Frau zu Hause, kocht und versorgt die Kinder, während der Mann die Einnahmequelle ist.
Die Geschlechterrollen im westlichen Raum haben sich im Vergleich zu der Rolle der Frau im 18. Jahrhundert wesentlich verbessert, doch eine vollkommene Gleichberechtigung ist immer noch nicht erreicht. Um diese jedoch erlangen zu können, sollten wir alle von diesem festgefahrenen altmodischen Denken ablassen, und uns auf eine neue Denkweise einstellen. Darum sollten wir zur Frauenkampftag Demo am 9. März gehen!
– von C. und W.
„Das hält die Nation im Atem“, „Das kennt die ganze Nation!“ und ähnliche Floskeln hören wir alle Tage oder benutzen sie sogar selbst. Dabei fragt mensch sich natürlich nicht jedes mal, wer „die Nation“ überhaupt ist – was ja auch sehr anstrengend wäre! Aber obwohl es so anstrengend ist, wollen wir es mal versuchen.
Natürlich sind Nationen nicht mit Ländern oder Staaten gleichzusetzen. Während ein Land einfach ein Stück Erde ist, über das manche Menschen ihren Anspruch erheben, ist die Nation eher eine kulturelle Einheit. Und genau hier setzen die Probleme ein: denn Kulturen sind eben etwas sehr komplexes, bei denen die Übergänge fließend sind und die sich eben nicht in die Zwangsjacke „Nation“ pressen lassen. Und wenn du mal so drüber nachdenkst, wirst du feststellen, dass es eigentlich auch völlig unnötig ist, es zu tun. Denn Goethe bleibt schließlich Goethe, egal wie deutsch oder nicht deutsch er ist.
Das merkwürdige Konstrukt Nation ist also nicht selbstverständlich oder gottgegeben. Aber warum sollte dann jemand so eine Scheiße ersinnen? Dazu muss mensch weiter ausholen.
Unsere Gesellschaft hat einen grundsätzlichen Fehler: es gibt Privatbesitz an Gütern, die eigentlich für die ganze Gesellschaft da sein sollten (z.B. Fabriken und Konzerne, aber auch Schwimmbäder oder Kinos). Und produziert wird darum natürlich auch nicht nach den Bedürfnissen der Menschen, die diese Güter nutzen, sondern nach den Bedürfnissen derer, denen die Güter gehören, die so immer mehr Kapital anhäufen können. Mist. Da diese gesellschaftlichen Verhältnisse zu immer krasser werdenden arm-reich-Gegensätzen führen, braucht es inzwischen einen ganzen Apparat, mit RichterInnen, PolitikerInnen und PolizistInnen, um die genannten Widersprüche und die dadurch entstehenden Folgen, wie Diebstahl oder Drogenhandel, zu unterdrücken. Das ist aber nicht irgendeine Gruppe von Leuten; sie nennt sich: Staat.
Schön und gut, aber was zur Hölle hat das jetzt mit Nation zu tun? Eine ganze Menge! Denn die Institution „Staat“ als herrschender Apparat in unserer Gesellschaft (er hat dich nie gefragt!), braucht logischerweise einen Rahmen, über den er herrschen kann. Und genau dieser Rahmen ist das Konstrukt „Nation“, also ein Haufen Leute, die irgendwie dieselbe Kultur, dieselbe Mentalität und dieselbe Sprache zu teilen scheinen. Das führt dann auch zum Ausschluss anderer und zu Gleichmacherei (die „Integrationsdebatte“ ist ein trauriges Beispiel dafür: „Alle müssen deutsch sein!“).
Für uns ist Nation also nichts Schönes, dem mensch mit schwarz-rot-goldenen oder anderen Fähnchen huldigen müsste. Sie ist Ausdruck von kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen, die einer hierarchie-und herrschaftsfreien Gesellschaft im Wege stehen!
– von JJ
Die angestellten Lehrkräfte sowie ErzieherInnen und SozialpädagogInnen werden heute wieder in den Streik treten. Bundesweit streiken ArbeiterInnen im öffentlichen Dienst der Länder für bessere Löhne. Doch es geht nicht nur um Löhne.
An den Berliner Schulen gibt es immer mehr befristete, unsichere Arbeitsverhältnisse. Viele LehrerInnen werden als Aushilfskräfte eingesetzt, bekommen nur zwei Monate laufende Verträge mit schlechter Bezahlung – in Berlin sind zur Zeit etwa 700 Menschen davon betroffen. Sie wissen oft nicht, ob sie danach überhaupt noch ihre Miete bezahlen können. Trotzdem müssen sie sich in diese Arbeitsbedingungen begeben, weil sie sonst nur die Arbeitslosigkeit erwartet. Dieser Prozess der immer unsicherer werdenden Verhältnisse und zunehmenden Armut wird auch Prekarisierung genannt.
Auch angestellte LehrerInnen, etwa 7.000 in Berlin, verdienen etwa 15% weniger als ihre verbeamteten KollegInnen. Da es zur Zeit keinen Tarifvertrag für die Angestellten gibt, diktiert der Berliner Senat einseitig, wie sie bezahlt werden. Das ist die Strategie des Landes, um Lohnkosten zu senken und die LehrerInnen zu spalten. Nur wenn alle LehrerInnen zusammenhalten, können sie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erkämpfen.
Diese Entwicklung hat auch mit uns SchülerInnen zu tun. Wenn LehrerInnen ihren Unterricht wegen zu großer Belastung nicht vorbereiten können, sind diese prekären Verhältnisse der LehrerInnen ganz direkt unsere schlechten Lernbedingungen!
Wir SchülerInnen können den Streik unterstützen, indem wir den streikenden LehrerInnen erklären, dass wir auf ihrer Seite stehen. Wir können aber auch aktiv helfen, indem wir die BeamtInnen, die den Unterricht der streikenden LehrerInnen vertreten, darauf hinweisen, dass sie dies nicht tun müssen: Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts können BeamtInnen nicht dazu verpflichtet werden, streikende LehrerInnen zu vertreten (Urteil vom 02.03.1993, GG Art. 9). Stattdessen können SchülerInnen eine Diskussion über den Streik fordern und den Unterricht boykottieren. Wir wollen keinen Unterricht von StreikbrecherInnen!
Solidarität ist auch keine Einbahnstraße. In den letzten Jahren haben SchülerInnen in Berlin und bundesweit immer wieder gegen die schlechten Lernbedingungen Streiks organisiert. Wir fordern auch eine Unterstützung des Bildungsstreiks durch die LehrerInnen, der für die gleichen Ziele kämpft. Die Kämpfe können nur erfolgreich sein, wenn sie gemeinsam geführt werden!
Wir sind gegen die Kürzungen im Bildungsbereich und kämpfen für ein Bildungssystem, das nicht von oben kontrolliert wird, sondern in dem wir SchülerInnen mit den LehrerInnen gemeinsam entscheiden, was wir lernen und wie Bildung organisiert ist.
Deswegen ist es auch wichtig, dass LehrerInnen ihren Streik selbst in die Hand nehmen, genauso wie SchülerInnen ihre Streiks durch demokratische Streikkomitees organisiert haben. Die aktiven LehrerInnen sollten selbst entscheiden, wie der Streik geführt und wie das Ergebnis bewertet wird, in dem sie ihre eigenen VertreterInnen auf Versammlungen wählen.
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
- Für eine Reduzierung der Arbeitszeit bei gleichem Lohn!
- Feste Stellen für alle Menschen mit befristeten Verträgen!
- Aktive Unterstützung des Streiks durch SchülerInnen!
- Für die Einheit von SchülerInnen und LehrerInnen!
Warnstreiks:
Montag, 18 Februar
Ab 7.30 Uhr: Kundgebungen vor den Schulen
10.30 Uhr: Demonstration am U-Bhf. Klosterstraße
11.30 Uhr: Kundgebung in der Georgenstr. 23 (Bhf. Friedrichstraße)
Diese Erklärung kann mit einer Mail an Red Brain unterstützt werden.
Die SchülerInnenzeitungen Banana Republic und Red Brain gehören nun zusammen.